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Geschichte

 
  Durch die Jahrhunderte eine wichtige und prägende Einrichtung in der Stadt Bretten.

Vor 88 Jahren erschien in der Monatszeitung "Der Pfeiferturm", in der Septemberausgabe von 1933, ein langer und ausführlicher Bericht über die Geschichte der Gottesackermühle. Der Pfeiferturm war eine Zeitung der Heimatgeschichte und Volkskunde Brettens und Umgebung.
Autor dieses Artikels war Hch. Schlörer.

Wir berufen uns hier auf diesen Artikel.

Hiernach bestand die Gottesackermühle mit Sicherheit schon um 1200. Vermutet wurde allerdings, dass sie schon zur Jahrtausendwende bestand. Sie wurde, in ihrer Geschichte unter anderem als Loh-, Öl-, Gipsmühle, Hanfreibe und Sägewerk betrieben. Um das Jahr 1933 brachte die Stadt Bretten die Mühle in Ihren Besitz, um einen gleichmäßigeren Abfluss der Saalbach zu erhalten. Hierfür wurde unter anderem die Staustufe und das Wasserrad entfernt.

Ein kurzer Einblick in die Besitzverhältnisse:
- Um 1200 waren alle 5 Brettener Mühlen, darunter auch die Gottesackermühle, im Besitz des Grafen von Eberstein.
- Um 1300 dann im Besitz des Klosters Herrenalb.
- 1480 wurden alle fünf Mühlen an die Liebfrauenpflege zu Weißhofen und das Spital zu Bretten verkauft.
- Im 16. und 17. Jahrhundert war die Gottesackermühle im Besitz der Stadt Bretten.

Auf dem Kupferstich von Matthäus Merian aus dem Jahre 1645 ist am linken Rand die Mühle vor dem großen Brand von Bretten, mit damals 2 Mühlrädern, zu sehen. Die heutige Brücke war zu der Zeit nur ein schmaler Steg.

Kupferstich von Matthäus Merian aus dem Jahre 1645

1689 wurde Bretten, im pfälzischen Erbfolgekrieg niedergebrannt. Auch die Gottesackermühle blieb nicht verschont. Zu dieser Zeit war Hans Leonhard Freydinger Pächter der Mühle. Er hatte der Stadt Bretten 700 Gulden geliehen und die Mühle nach dem Brand für 300 Gulden wieder aufgebaut. 1693 starb er. Da die Stadt beide Beträge nicht zurückzahlen konnte, überschrieb sie die Mühle am 8. August 1699 den Nachfahren. Somit war die Gottesackermühle zum ersten Mal im Privatbesitz eines Müllers.

Seitdem wurde sie mehrmals verkauft. Die Besitzer hießen u.a. Kolb, Traut, Barth, Kramer, Harsch, Wimmer und Hoffmann.

Bei einem Brand am 18. Januar 1889 wurde die Mühle abermals zerstört. Bei den Löscharbeiten traf ein herabstürzendes Gesims den Feuerwehrmann Ephraim Ettlinger und schleuderte ihn von der Leiter. Er verstarb an einem Genickbruch.

Die Mühle wurde wieder aufgebaut, allerdings nur einstöckig, so wie sie heute zu sehen ist.

Um die Wasserrechte zu erlangen, kaufte die Stadt Bretten die Mühle im Januar 1933 abermals. Sie ließ, wie zu Beginn schon erwähnt, die Staustufe und das Wasserrad entfernen. Danach wurde sie wieder an Privat verkauft, bis die Stadt sie vor einigen Monaten letztmalig kaufte und bis heute besitzt.

Der Pfeiferturm schrieb dazu:
›› Die Gottesackermühle hat also aufgehört, Mühle zu sein! Ihr Name wird sicherlich fortleben und die Umgebung wird im Stadtplan immer noch -bei der Gottesackermühle- heißen. ‹‹

Hier noch ein Originaltext aus dem Bericht des Pfeiferturm:
›› In der rechten Ecke des heutigen Mühlengebäudes finden wir einen Stein eingemauert mit eingemeißelten Bildern von Gefäßen und folgender Inschrift! 1659. H. M. H. H. M. G. H. V. K. Es ist aber kaum anzunehmen, dass das stattliche Gebäude auf dem Merianschen Stich von 1645 schon 14 Jahre darauf erneuert wurde; es könnte sich vielleicht um eine Bauänderung, etwa den Einbau einer Oelmühle (Gefäße!) handeln. ‹‹






Das tatsächliche Alter der Steinmauern des Gebäudes könnte die Stadt Bretten wissenschaftlich untersuchen lassen. Es spricht auf jeden Fall vieles dafür, dass der Keller und Teile des Erdgeschosses, aus der Zeit vor 1645 stammen. Wir konnten bislang nicht ausschließen, dass die Gottesackermühle in der Zeit nach dem Jahre 767 vom Kloster Lorsch erbaut wurde.

Auf dem Stadtkartenflyer zur Gartenschau gibt es das Mühlengebäude nicht mehr. Stattdessen ist hier eine Grünfläche.

Wir von Lasso sind der Meinung, dass die fast 1000-jährige Geschichte der Gottesackermühle zu bedeutend ist, um sie mit einem Bulldozer platt zu machen!

Zur Gartenschau 2031 sollte sich, nach fast 100 Jahren, wieder ein Wasserrad drehen. In den zukünftigen Peter-und-Paul-Festen könnte sie ebenso, wie schon 1504, eine wichtige Rolle spielen.
 
 


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